Samstag, September 19, 2020

Bäume am Nabberg sind vertrocknet 

Blomberg (miw). »Es ist eine Tragödie«, sagt Stephan Radeck, Förster des Blomberger Stadtwaldes, beim Anblick der Douglasien auf dem Nabberg.

Erst im Frühjahr sind dort 5.000 junge Bäume angepflanzt worden, 5.000 weitere am Grießenhagen. Nun sind fast alle tot – vertrocknet. Auch die Hilfsaktion der Feuerwehr hat die Douglasien letztlich nicht vor dem Verdursten gerettet.

Die Dürre und der Borkenkäfer haben in den vergangenen Jahren erheblichen Schaden im Stadtwald angerichtet. So wurden unter anderem Tausende Fichten zerstört. Zuletzt drohte der trockene April den gerade erst neu angepflanzten Bäumen den Garaus zu machen. Schließlich bat der Förster die Feuerwehr um Unterstützung. Die Bewässerung mit Hilfe des Tanklöschfahrzeuges sollte die letzte Rettung für die Douglasien auf dem Nabberg sein.

So rückten die Feuerwehrleute Anfang Mai an drei Tagen zu einer großen Hilfsaktion aus – 25 Mal fuhr das Tanklöschfahrzeug mit fast 5.000 Litern Fassungsvermögen hin und her. »Leider ohne Erfolg, wie sich jetzt herausstellt«, bedauert Radeck und zeigt auf das braune Geäst. Nahezu alle neu angepflanzten Douglasien am Nabberg – ebenso am Grießenhagen – seien vertrocknet, nur vereinzelt hätten an der einen oder anderen Stelle Bäume überlebt. Radeck vermutet, dass aufgrund der großen Trockenheit in den vergangenen zwei Jahren die Kapillarität des Bodens gestört sei. Gemeint ist damit der Wasserfluss. Generell sei die Grundfeuchtigkeit im Boden nicht mehr vorhanden, erklärt der Förster.

Erst kürzlich habe er den Boden des Stadtwaldes begutachtet. Dafür sei dieser mit einem großen Schlepper speziell aufgeraut worden. »Der Boden war merklich trocken«, berichtet Radeck, der seit nunmehr sechs Jahren für die insgesamt 840 Hektar im Blomberger Forst zuständig ist. Der Regen der vergangenen zwei Monate habe es gerade einmal geschafft, den Oberboden zu durchfeuchten. Dies zeige sich unter anderem an der üppigen Vegetation an den Wegesrändern. Doch für die Bäume, die tiefe Wurzeln haben, reiche der Regen derzeit nicht aus.

Im Herbst sollen am Standort der vertrockneten Douglasien wieder neue Bäume gepflanzt werden. Welche Baumart es wird, hänge unter anderem von der Verfügbarkeit ab, erklärt Radeck. Geplant habe er, Eichen und Buchen anzupflanzen. Zudem könne er sich vorstellen, eine Versuchsfläche für Mammutbäume zu schaffen. Mit Blick auf den Klimawandel würden vielerorts immer öfter Baumarten aus fernen Ländern gepflanzt, die den Wetterbedingungen, etwa Trockenheit und Sturm, besser standhielten.

Radeck bedauert, dass die Bewässerungsaktion nicht von Erfolg gekrönt war, denn die vertrockneten Douglasien seien nicht nur ein Schaden für die Natur, sondern auch ein herber wirtschaftlicher Verlust für die Stadt, erklärt der Förster. Dieser liege im fünfstelligen Bereich. Ein großes Lob spricht Radeck jedoch den Mitgliedern der Feuerwehr aus. Er freue sich über das Engagement der Freiwilligen, die ihre Freizeit geopfert hätten, um die Aktion zu unterstützen. »Die Zusammenarbeit hat sehr gut funktioniert«, betont der Förster, der jederzeit wieder auf die Hilfe der Feuerwehr zurückgreifen würde.

Förster Stephan Radeck zeigt inmitten der grünen Begleitvegetation eine der vertrockneten Douglasien am Nabberg. Er bedauert, dass die Bewässerungsaktion der Feuerwehr erfolglos blieb. Foto: Michaela Weiße