Samstag, Juli 24, 2021

»Bufdis« nach Stärken eingesetzt

Blomberg (miw). »Ich habe viel gelernt und die Kollegen sind für mich inzwischen wie eine kleine Familie geworden«, berichtet Xenia Reuschel von ihrer bisherigen Zeit als Bundesfreiwillige bei der SOS-Beratungsstelle in Blomberg.

Daher werde ihr der Abschied Ende März auch ziemlich schwer fallen, weiß die 20-Jährige schon jetzt. Durch die Zusage für einen Studienplatz verlässt die Rischenauerin die Einrichtung fünf Monate früher als geplant.

Doch auch wenn sie nun vorzeitig gehe, habe sie seit September vergangenen Jahres bereits viele Erfahrungen sammeln können, von denen sie auf ihrem weiteren Weg profitieren werde, ist sich Xenia Reuschel sicher. Nach dem Fachabitur absolvierte die junge Frau eine Ausbildung zur Gestaltungstechnischen Assistentin. In dieser Zeit sei ihr klar geworden, dass sie Lehrerin werden möchte.

»Ich bringe Menschen gerne etwas bei«, sagt Xenia Reuschel. Die Zeit bis zum Beginn des Studiums wollte sie sinnvoll nutzen. Der Bundesfreiwilligendienst in der Beratungsstelle, bei dem sie sich auch ein kleines Taschengeld verdient, sei genau das Richtige gewesen. Xenia Reuschel gibt Nachhilfe, bereitet die Räume für die Gäste vor, betreut Kinder, hilft in der Buchhaltung und noch vieles mehr. »Die Einsatzmöglichkeiten sind breit gefächert«, erklärt Holger Nickel, Leiter der Beratungsstelle.

Der »Bufdi« werde seinen Stärken entsprechend eingesetzt. Durch ihre Kenntnisse in der grafischen Gestaltung durfte Xenia Reuschel beispielsweise auch das Logo für das Projekt »Die bunten Hunde« entwerfen. Ebenso überarbeitete sie die Flyer und gab diesen den nötigen Feinschliff. »Coronabedingt konnten einige Sachen leider nicht stattfinden«, bedauert Beatrix Schröder, die in der Verwaltung und im offenen Bereich der Beratungsstelle arbeitet. So habe etwa ein Kunstprojekt mit der OGS der Grundschule am Weinberg ausfallen müssen und auch in die Angebote des Projektes »Be8ung« habe Xenia Reuschel nicht hineinschnuppern können. Seminare, bei denen sonst »Bufdis« aus ganz Deutschland an verschiedenen Orten zusammenkommen, konnten nur digital stattfinden.

Dennoch habe die Bundesfreiwillige aus der bisherigen Zeit schon viel mitnehmen können, wie sie selbst sagt. »Ich bin hier auch viel offener geworden«, berichtet sie von ihrer persönlichen positiven Entwicklung. Und nicht nicht nur Xenia Reuschel wird der Abschied schwer fallen, auch Nickel und die Kollegen werden sie vermissen: »Sie ist wirklich sehr engagiert«, weiß der Leiter die Unterstützung der jungen Kraft zu schätzen.

Er hofft, im August einen ähnlich motivierten Bundesfreiwilligen begrüßen zu können. Interessierte können sich unter www.sos-mitarbeit.de oder per E-Mail an but-blomberg@sos-kinderdorf.de bewerben.

Holger Nickel und Beatrix Schröder loben das Engagement ihrer Bundesfreiwilligen Xenia Reuschel (vorne). So hat die 20-Jährige etwa das Logo für das Projekt »Die bunten Hunde« entworfen. Foto: Michaela Weiße