Samstag, November 28, 2020

»Den Senioren fehlt das Miteinander«

Blomberg. Für Blomberger Senioren sind die Begegnungsstätten der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Orte für gesellige Nachmittage mit Freunden und Bekannten.

Seit Mitte März sind die Türen der Einrichtungen in Istrup, Reelkirchen und Blomberg allerdings dicht. Wie auch alle anderen Bereiche des gesellschaftlichen Lebens traf die Corona-Pandemie die Blomberger AWO schwer.

»Für viele Senioren ist ein Treffpunkt weggefallen, um soziale Kontakte zu pflegen. Ihnen fehlt in dieser Zeit das Miteinander. Sie bedauern es sehr, dass aktuell kein Programm stattfindet, sehen es aber auch ein«, weiß Uwe Praschak, Vorsitzender der AWO.

Als sich abzeichnete, dass sich das Coronavirus in Deutschland weiter ausbreitet, stand die Jahreshauptversammlung des Vereins kurz bevor. Drei Tage vor der Veranstaltung sagte der Vorstand die Versammlung ab. »Da sich die Situation verschärfte, stand für uns außer Frage, die Versammlung abzusagen«, blickt Praschak zurück. In diesem Zuge sind dann auch die Begegnungsstätten geschlossen worden. »Die Gesundheit geht einfach vor und alles andere wäre unverantwortlich gewesen, gerade weil unsere Mitglieder und Besucher zu der Risikogruppe gehören«, erläutert der Vorsitzende.

Nun, da die Einrichtungen geschlossen sind, stehen auch die Halbtags-Ausflüge, die der Vorstand organisiert, auf der Kippe. »Natürlich hoffen wir auf Lockerungen, aber dennoch spielen ja viele Aspekte eine Rolle«, so Praschak. Damit ist zum Beispiel die gemeinsame Anreise zu den Ausflugszielen gemeint. In der Regel steht ein Bus mit rund 60 Plätzen zur Verfügung, der normalerweise bis auf den letzten Sitz ausgebucht ist. Der notwendige Mindestabstand kann damit zurzeit sicherlich nicht eingehalten werden.

Außerdem sind Busreisen und -fahrten aufgrund der Coronaschutzverordnung momentan ohnehin untersagt. Für dieses Jahr sind eigentlich noch zahlreiche Fahrten geplant. Ob diese aber durchgeführt werden können, weiß der Vorstand noch nicht. »Wir schauen von Termin zu Termin, haben die gesetzlichen Vorgaben im Blick und sehen dann kurzfristig, inwiefern es möglich und vor allem sicher erscheint, den Ausflug anzutreten«, so Praschak.

Dass der Bedarf eines Treffpunktes für Senioren da ist, zeigt sich bei der guten Annahme der Freizeitaktivitäten. Meist kommen um die 25 Personen im Bürgerhaus an der Brinkstraße zusammen, um Kuchen zu essen oder um sich auszutauschen. »Gerade dieses Klönen ist das Entscheidende für unsere Besucher und das möchten wir ihnen auch weiterhin gerne ermöglichen«, sagt Praschak.

Um diese geselligen Nachmittage anbieten zu können, sucht das AWO-Team, vor allem am Standort in Blomberg, ehrenamtliche Verstärkung. Das Ziel der Seniorenarbeit sei, mit einem vielfältigen Angebot interessanter Leistungen und Freizeitmöglichkeiten der Vereinsamung älterer Menschen entgegenzuwirken. »Mit der Betreuung steht und fällt ein Nachmittag«, so Praschak.

Als Betreuer könne man sich ausleben und eigene Ideen mitbringen. Die Angebotspalette dürfe gerne erweitert werden. Meist werden Gesellschaftsspiele gespielt oder gebastelt. Es werden aber auch Geburtstags- und Grillfeste ausgerichtet sowie Vorträge und Aufführungen besucht. Ebenso werden Angebote wie Hockergymnastik unter Anleitung einer erfahrenen Übungsleiterin oder eine professionelle Fußpflege in der Blomberger Begegnungsstätte ermöglicht. Darüber hinaus finden regelmäßig Skat-Nachmittage statt.

»Wer Spaß daran hat, sich mit Senioren zu beschäftigen, der kommt hier auf seine Kosten«, sagt der Vorsitzende. »Die Arbeit mit Menschen im Rentenalter ist äußerst lohnend. Viele haben nur eingeschränkte Möglichkeiten und sind dankbar, wenn sie ehrenamtlich betreut werden und sich jemand um sie kümmert«, findet Praschak. Wer Zeit und Lust hat, sich ehrenamtlich im AWO-Ortsverein einzubringen, kann sich unter der Rufnummer (05235) 1092 bei dem Vorsitzenden melden.

Inzwischen verzeichnet der Verein über 140 Mitglieder. Dennoch ist dem Vorsitzenden wichtig zu erwähnen, dass alle Senioren, egal welchen Alters, egal ob Mitglied oder nicht, herzlich willkommen sind, an den abwechslungsreichen Nachmittagen in Istrup, Reelkirchen oder Blomberg teilzunehmen. Gleiches gelte auch für die Tagesausflüge.

Die Begegnungsstätte in Istrup (Am Grundgarten) ist normalerweise jeden Montag, die Stätte in Reelkirchen (Mittelstraße) jeden Dienstag und die Einrichtung in Blomberg jeden Mittwoch und Donnerstag für gemütliche und vor allem unterhaltsame Seniorennachmittage geöffnet.

Friedrich Rinsche (Kassierer), Dieter Rieke (stellvertretender Vorsitzender), Irmgard Haedrich (Schriftführerin), Monika Maarschalkerweerd (stellvertretende Schriftführerin) und Uwe Praschak (Vorsitzender) freuen sich auf die Zeit, wenn das AWO-Leben wieder losgehen kann. Foto: brink-medien