Montag, Oktober 19, 2020

Erstes Windrad in Testphase gestartet

Blomberg. Nach rund einem Jahr Bauzeit ist die erste der beiden Windkraftanlagen zwischen Blomberg und Istrup in die Testphase gestartet.

Es ist das größere der beiden Windräder, das eine Gesamthöhe von 230 Metern misst.

»Im Anschluss an die zweiwöchige Wartungsphase werden wir in den Regelbetrieb übergehen. Parallel dazu starten wir mit dem zweiten Windrad in die Testphase. Das Prozedere ist dann genau das gleiche«, erklärt Peter Begemann, Geschäftsführer der Blomberger Versorgungsbetriebe (BVB), die sich dem Thema Windenergie angenommen haben.

Bereits 2016 haben die BVB die Planung zur Erzeugung von Windenergie aufgenommen. Auf der Suche nach Konzentrationsflächen standen am Ende zwei Standorte für den Bau von Windkraftanlagen zur Verfügung: und diese sind es schlussendlich auch geworden.

Ende 2018 kam dann die Genehmigung zur Errichtung der Windräder. Ende 2019 / Anfang 2020 haben dann die Baumaßnahmen vor Ort begonnen: die Fundamente wurden gegossen, die Türme erbaut, die Gondeln installiert und die Rotorblätter angebracht. »Unser Ziel war es immer, bis zum Herbst fertig zu sein. Nun hoffen wir noch auf etwas mehr Wind, um auch die weiteren Ziele zu erreichen«, so Begemann.

Erfreut zeigte sich auch Bürgermeister Klaus Geise, der von einem »besonderen Tag« sprach. »Es ist nicht selbstverständlich, dass sich die Blomberger Versorgungsbetriebe als kommunales Stadtwerk diesem Projekt widmen. Sie haben dadurch wichtige Akzente gesetzt«, so Geise. Neben dem betriebswirtschaftlichen Aspekt betonte das Stadtoberhaupt, dass mit den beiden Windrädern auch ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet wird. Die Energiewende ist kein neues Thema für die BVB. Bisher haben sich die Verantwortlichen vor allem mit Photovoltaik-Anlagen befasst und betreiben damit 18 Anlagen im Stadtgebiet.

Vorbildlich nannte Geise unter anderem auch die Möglichkeit der direkten Beteiligung an dem Projekt, indem sich Kunden der BVB Sparbriefe sichern konnten. Über 200 Bürger hätten von diesem Angebot Gebrauch gemacht.

Pro Jahr können die Windräder eine Leistung von 20 Millionen Kilowatt/Stunde erzeugen. Zur Verdeutlichung: Damit könnten alle Blomberger Haushalte und Kleingewerbe mit Strom versorgt werden. »Das ist schon eine bedeutsame Größenordnung«, merkt Günther Borchard, Aufsichtsratsvorsitzender der BVB, an.

»Ich möchte mich bei allen bedanken, die an diesem Projekt beteiligt waren und sind. Es liegt viel Arbeit hinter uns, aber wir werden davon profitieren«, ist sich Begemann sicher.

Peter Begemann, Klaus Geise und Günther Borchard (von linsk) nahmen das erste von zwei Windrädern in Betrieb. Fotos: brink-medien