Samstag, April 17, 2021

HSG-Team bereitet viel Freude

Blomberg. Die HSG Blomberg-Lippe hat im ersten Abschnitt der Saison 2020/2021 für viel Furore und jede Menge Freude gesorgt.

Als Tabellenvierter und Pokal-Viertelfinalist geht der Frauenhandball-Bundesligist in die Europameisterschafts-Pause. Lediglich das Ausscheiden in der EHF Europeans League gegen den Thüringer HC am vergangenen Samstag hat die gute Stimmung ein klein wenig getrübt.

Nach dem glänzenden 31:27-Erfolg beim favorisierten Thüringer HC im Hinspiel war die Hoffnung im Lager von Laura Rüffieux und Co. groß, die dritte Qualifikationsrunde überstehen zu können und den Sprung in die Gruppenphase zu schaffen. Doch Trainer Steffen Birkner und seine Schützlinge merkten schnell, dass der siebenmalige Deutsche Meister beim Rückspiel in der Sporthalle an der Ulmenallee das Blatt zu seinen Gunsten wenden wollte.

Nach einer 15:12-Pausenführung zogen die Thüringer Frauen auf 23:12 davon und legten gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit den Grundstein für den am Ende deutlichen Erfolg. »Das fühlt sich beschissen an und tut weh. Aber Thüringen ist verdient weitergekommen«, meinte ein enttäuschter HSG-Coach. Geschäftsführer Torben Kietsch sprach von einem »rabenschwarzen Tag«.

Einen Tag nach dem Ausscheiden stand für das Team ein gemeinsames Auslaufen auf dem Programm, ehe alle Spielerinnen sich auf eine Woche Urlaub freuen durften. Ab dem kommenden Montag werden sich Trainer und Mannschaft dann auf die nächsten Aufgaben vorbereiten.

In der Bundesliga geht es erst nach Weihnachten weiter. Am 27. Dezember gastiert die Neckarsulmer Sport-Union in der Sporthalle an der Ulmenallee. In diesem Spitzenspiel zwischen dem Tabellenvierten (14:4 Punkte) und dem Zweitplatzierten (15:5 Zähler) wollen sich die Gastgeberinnen ihren dritten Tabellenplatz zurückerobern. Denn nach bislang neun Punktspielen, die für den 18. November terminierte Partie bei Borussia Dortmund ist ausgefallen, mischt die junge HSG-Truppe die Beletage des deutschen Frauenhandballs ordentlich auf.

Einzig bei den beiden Top-Klubs aus Bietigheim und Thüringen mussten sich die Nelkenstädterinnen geschlagen geben. »Dass es nach dem Umbruch gleich so gut funktioniert, ist super. Die Mannschaft war vom ersten Tag an fokussiert und ist gut zusammengewachsen. Aber wir werden weiter hart arbeiten müssen. Wichtig ist, dass wir bodenständig bleiben«, sagt Steffen Birkner.

Die momentan hervorragenden Tabellensituation bezeichnet der Trainer als Momentaufnahme. »Natürlich freuen wir uns darüber, und wir haben alle viel dafür getan und tragen alle dazu bei. Doch es sind noch 21 Spieltage zu absolvieren. Da kann vieles passieren«, warnt der 40-Jährige vor zu großer Euphorie.

Neben der Bundesliga hat die HSG Blomberg-Lippe ein weiteres heißes Eisen im Feuer. Nach dem Sieg gegen Bensheim/Auerbach stehen Nele Franz und ihre Mitstreiterinnen im Viertelfinale des DHB-Pokals. Nur ein Sieg trennt das Team noch vom Final Four, das am 15. und 16. Mai in der Stuttgarter Porsche-Arena ausgetragen wird. Wer Gegner in der Runde der letzten acht Mannschaften sein wird, ergab die Auslosung am vergangenen Mittwoch in Dortmund (das Ergebnis stand bei Redaktionsschluss leider noch nicht fest).

Bleibt noch zu erwähnen, dass die HSG neben dem Bundesliga-Ranking eine weitere Spitzenposition einnimmt. Bei den besten Torschützinnen der Liga liegt Nele Franz (Foto rechts) vor der Europameisterschafts-Pause auf dem zweiten Platz.

Mit 60 Toren, davon 26 Siebenmeter, kommt der Youngster auf einen Schnitt von sagenhaften 6,7 Treffern pro Partie. Nur Thüringens Marketa Jerabkova ist mit 86 Toren erfolgreicher und führt die Scorer-Wertung unangefochten an. Außerdem bringt es die HSG nach neun Spielen auf 277 Tore. Lediglich Thüringen (312) und Metzingen (286) sind etwas besser, haben allerdings auch schon eine Begegnung mehr als die HSG absolviert.

Das HSG-Team hat nach dem bisherigen Saisonverlauf allen Grund zum Jubeln. Fotos: Matthias Wieking