Samstag, Oktober 24, 2020

Kunstmauer digital erleben

Blomberg (miw). Gemütlich entlang der Stadtmauer und durch den Schweigegarten spazieren und dabei Kunst unter freiem Himmel erleben: Das macht den besonderen Charme der Blomberger Kunstmauer aus.

In diesen Genuss kommen die sonst so zahlreichen Besucher in diesem Jahr jedoch nicht. Aufgrund der Corona-Pandemie hat der Verein Blomberg Marketing, der die Open-Air-Kunstausstellung organisiert, die Veranstaltung für dieses Jahr abgesagt.

Doch so ganz verzichten müssen Kunstliebhaber auf die 19. Auflage der Kunstmauer nicht. Der Veranstalter hat sich eine Alternative einfallen lassen und eröffnet am Sonntag, 2. August, zum ersten Mal die »Digitale Kunstmauer«. Heidrun Glock, Sabine Kühne, Elke Nolte und Karin Siesenop hatten als »Arbeitsgemeinschaft Kunstmauer« Anfang des Jahres bereits wieder viel Mühe in die Planungen gesteckt: Plakate gedruckt, Gespräche geführt und vieles mehr.

»Zu diesem Zeitpunkt war Corona noch weit entfernt«, erinnert sich Heidrun Glock. Doch aufgrund der aktuellen Lage könne Blomberg Marketing die Veranstaltung dieses Events nicht verantworten, so das Organisations-Team. Nicht zuletzt, weil die Abstände auf den schmalen Wegen etwa am Weinberg nicht eingehalten werden könnten.

Stefan Stuckenberg, Geschäftsstellenleiter von Blomberg Marketing, rief daher die »Digitale Kunstmauer« ins Leben. So werden die Künstler ihre Werke in diesem Jahr zwar nicht unter freiem Himmel in der Nelkenstadt, dafür aber im Netz präsentieren. Unter der bereits bestehenden Internetseite www.kunstmauer-blomberg.de wird es die neue Rubrik »Digitale Kunstmauer« geben. Hier werden sich einige Künstler, die sonst an der Kunstmauer teilgenommen hätten, vorstellen.

Neben einem Lebenslauf finden die Besucher dort auch verschiedene Fragen, die die Künstler beantwortet haben. So verraten sie beispielsweise, welche Erinnerungen sie mit der Kunstmauer verbinden. Zudem präsentiert jeder Teilnehmer drei seiner Werke. Die »Digitale Kunstmauer« wird am 2. August freigeschaltet und kann dann für etwa vier bis sechs Wochen besucht werden.

Natürlich könne die »Digitale Kunstmauer« das Original nicht ersetzen, sind sich die Organisatoren einig. Es fehlten die persönlichen Gespräche und die besondere Atmosphäre. Jedoch sei es in dieser Zeit eine gute Alternative, die auch in Zukunft beibehalten werden soll – parallel zur richtigen Kunstmauer.

Üblich ist es sonst auch, dass Werke der Künstler in den Schaufenstern in der Blomberger Innenstadt einen kleinen Vorgeschmack auf die bevorstehende Kunstmauer geben. Auch hier hat sich Blomberg Marketing etwas einfallen lassen. Statt der echten Bilder werden diesmal Plakate in A3-Format mit dem Steckbrief des Künstlers und dem Foto eines Kunstwerkes zu sehen sein.

Zudem wird das Organisationsteam am 24. und 31. Juli, jeweils von 10 bis 13 Uhr, vor dem Büro von Blomberg Marketing, Neue Torstraße 9, die Passanten über die »Digitale Kunstmauer« informieren. Und auch die beliebten Kunstmauer-Kekse werden dabei nicht fehlen.

Stefan Stuckenberg, Geschäftsstellenleiter von Blomberg Marketing, und die Mitglieder der »Arbeitsgemeinschaft Kunstmauer«, Elke Nolte, Sabine Kühne, Heidrun Glock und Karin Siesenop (von links), haben sich im Schweigegarten versammelt. Hier wird es in diesem Jahr keine Kunstwerke zu sehen geben, doch die »Digitale Kunstmauer« bietet eine Alternative zur Open-Air-Kunstausstellung. Foto: Michaela Weiße