Samstag, September 19, 2020

Lebensmittel und Landwirtschaft wertschätzen

Blomberg-Dalborn (miw). Der Verein Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) Dalborn betreibt bereits seit sieben Jahren eine gemeinschaftliche Selbstversorgung mit saisonalem und regionalem Bio-Gemüse.

Die Mitglieder teilen nicht nur die Ernte, sondern auch die Kosten für den Anbau sowie das Betriebsrisiko.

Neben Bildungsreferentin Maren Weber sind bei der SoLaWi zwei Gärtner, Katharina Herzog und Holger Kölker, beschäftigt. »Und es gibt viele ehrenamtliche Helfer«, berichtet Gründungsmitglied Lioba Schulte. Aktuell stehen einige Veränderungen bei der SoLaWi an. So werden die mehr als 50 Gemüsesorten jetzt nach dem Konzept des »Market Garden« unter Einbezug von Permakultur-Aspekten angebaut.

Bei dem Konzept handelt es sich um das naturnächste System, Landwirtschaft zu betreiben, erklärt Lioba Schulte. »Market Garden« bezeichnet den biointensiven Gartenanbau auf kleiner Fläche. Dabei wird auf umweltbelastende Technologien weitestgehend verzichtet. Traktoren kommen nicht mehr zum Einsatz, um die Bodenverdichtung auf ein Minimum zu reduzieren. Stattdessen wird sehr viel Handarbeit geleistet. Die Vorteile dabei sind unter anderem, dass Humus aufgebaut und die biologische Vielfalt gefördert wird.

Neben dem neuen Anbaukonzept gibt es eine weitere Veränderung bei der SoLaWi Dalborn. So ist der gemeinnützige Verein »AckerBildung« gegründet worden. »Bei der SoLaWi geht es nicht nur um den Anbau von Gemüse, sondern auch um Wissensvermittlung«, erklärt Carsten Sperling, Gründungsmitglied der SoLaWi Dalborn. So hat der Verein aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums in den vergangenen zwei Jahren ein Bildungsangebot aufgebaut. Die Förderung ist nun ausgelaufen.

Um die Bildungsarbeit weiterzuführen und auszuweiten, wurde im April dieses Jahres der gemeinnützige Verein »AckerBildung« gegründet. »Viele Menschen haben keinen Bezug mehr zu Lebensmitteln«, erklärt Maren Weber. Daher würden oft diese und auch die Arbeit der Landwirte nicht mehr wertgeschätzt. »Um dafür wieder ein Bewusstsein zu schaffen, haben wir den neuen Verein gegründet«, so die Bildungsreferentin. »Mit dem Verein sind wir jetzt ein eigenständiger Partner für Stiftungen und Kooperationspartner«, sagt Vorstandsmitglied Jan Philipp Deppe. Er freut sich, dass das Projekt auf diese Weise fortgeführt werden kann.

Peter Deppe, der sich sowohl bei der SoLaWi als auch bei der »AckerBildung« um die Finanzen kümmert, weist darauf hin, dass jeder Mitglied werden kann. Zudem sei der Verein auf Spenden angewiesen. Mit dem Bildungsangebot wird Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aus verschiedenen sozialen Kontexten ermöglicht, Wissen über verschiedene Themen, wie etwa nachhaltiger Gemüseanbau, gesunde Ernährung, Biodiversität und Klimaschutz zu erlangen.

Im Rahmen des Projektes »Bildung für Nachhaltige Entwicklung« und mit pädagogischen Ansätzen aus der Naturerlebnis-Pädagogik, Wildnis-Pädagogik, Permakultur und Kunst, werden unter anderem interaktive Vorträge, Workshops und Schul-Projekttage angeboten. Der Verein kooperiert auch mit weiteren Bildungsorganisationen. Weitere Informationen erhalten Interessierte unter www.solawi-dalborn.org.

Gründungsmitglied Carsten Sperling, Gärtnerin Katharina Herzog und Bildungsreferentin Maren Weber (von links) sind von dem neuen Anbaukonzept begeistert. Foto: Michaela Weiße