Montag, Oktober 19, 2020

Orgel wird in ihre Einzelteile zerlegt

Blomberg (miw). Die Orgel der Martin-Luther-Kirche findet man derzeit in Einzelteilen vor. Das Instrument aus dem Jahr 1879 wird saniert.

Orgelbaumeister Friedrich Kampherm hat bereits Hand angelegt. Der Befall von Holzwürmern und Schimmel hat die rund 30.000 Euro teure Maßnahme notwendig gemacht.

Im Laufe der nächsten zwei Wochen sollen die Arbeiten abgeschlossen sein und die Orgel wieder erklingen können. Die letzte Generalüberholung der Orgel, bei der die Einzelteile des Instruments gründlich gereinigt werden, liegt rund 20 Jahre zurück.

»Gewartet wird die Orgel jedes Jahr«, informiert Jörg Deppermann, Pfarrer der lutherischen Gemeinde in Blomberg. Und so sei bei der jüngsten Überprüfung festgestellt worden, dass Holzwürmer und Schimmel die Orgel befallen hatten. »Die historischen Tasten waren besonders stark betroffen«, erzählt Friedrich Kampherm, der sich seit Ostern um die Sanierung des Instruments kümmert. Die Teile, die der Holzwurm befallen hatte, wurden ausgebaut und in eine Spezialfirma nach Lippstadt gebracht, sagt der Orgelbaumeister. Dort seien die Einzelteile thermisch behandelt worden. Durch die Wärme werde der Schädling abgetötet.

Neben der Reinigung des Instruments hat Friedrich Kampherm auch ein Register der Orgel umgebaut, um eine schönere Klangfarbe zu erhalten, wie er sagt. In den vergangenen Jahrzehnten seien immer mal wieder Eingriffe an dem Instrument vorgenommen worden, so dass es auch klangliche Veränderungen gab. »Die Orgel klang etwas piepsig und schrill«, erklärt Kampherm. Zudem wurde in die Orgel ein Lüftungssystem eingebaut, das in Zukunft einen weiteren Schimmelbefall bestmöglich verhindern soll.

Schritt für Schritt baut der Experte die Orgel nun wieder zusammen, so dass sie schon bald wieder im Gottesdienst erklingen kann. Ab dem 1. Mai ist das Feiern von Gottesdiensten unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln in Nordrhein-Westfalen wieder erlaubt. So wird auch die Martin-Luther-Kirche ihre Türen wieder öffnen. »In diesen Tagen wird noch beschlossen, ob wir am 3. oder erst am 10. Mai unseren ersten Gottesdienst feiern«, sagt Pfarrer Deppermann. Auf das Singen werde aufgrund der damit verbundenen Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus jedoch verzichtet.

Die Sanierung der Orgel kostet rund 30.000 Euro. Diese finanziert die lutherische Kirchengemeinde durch Rücklagen. Zudem hat die Gemeinde im vergangenen Jahr einige Konzerte mit verschiedenen Künstlern, darunter das Berliner Duo »Zia« mit seinem Programm »Psalms in Jazz« in der Kirche veranstaltet, um Spendengelder einzuwerben. Dabei kamen rund 3.200 Euro für die Sanierung der Orgel zusammen.

Auch das Gotteshaus selbst ist in den vergangenen Wochen renoviert worden, betont Pfarrer Deppermann. So haben die Wände und die Decke einen frischen Anstrich erhalten und auch die Beleuchtung wurde erneuert und auf LED umgestellt.

Die Gründung der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Blomberg wurde im Jahr 1953 beschlossen. 1956 wurde die Martin-Luther-Kirche am Hagenplatz gebaut. Im selben Jahr vermittelte der Orgelbaumeister Bernd Stegerhoff aus Steinheim den Ankauf der von ihm 1952 in Dalhausen (Beverungen) abgetragenen Orgel der Gebrüder Euler aus Gottsbüren aus dem Jahr 1879. Einige Teile, etwa die Tasten, sind noch Originale.

Pfarrer Jörg Deppermann (links) und Orgelbaumeister Friedrich Kampherm nehmen das Innere der Orgel genau unter die Lupe. Foto: Michaela Weiße