Dienstag, November 24, 2020

Weihnachtshaus leuchtet auch im Corona-Jahr

Blomberg-Tintrup (miw). Jedes Jahr zur Weihnachtszeit verwandeln Werner und Bärbel Reibeholz aus Tintrup ihr Haus sowie ihr gesamtes Grundstück in ein buntes Lichtermeer – ganz nach amerikanischem Vorbild.

Längst ist das kleine Winterwunderland zu einem echten Besuchermagneten geworden. So öffnet das Ehepaar üblicherweise vom ersten Adventswochenende bis zum 23. Dezember seinen Garten für Gäste aus nah und fern.

Ob die Familie auch in diesem Jahr Besucher empfangen darf, wird sich erst mit den neuen Corona-Beschränkungen, die ab Dezember gelten, entscheiden. Doch eines steht jetzt schon fest: Die Lichter werden brennen – und zwar noch mehr als in den 14 Jahren zuvor.

Insgesamt werden es rund 100.000 Glühbirnen sein, die die Masper Straße 5 in ein weihnachtliches Licht tauchen. »Während der Corona-Krise haben viele Menschen ihre Ecken aufgeräumt und so wurde auch viel mehr Dekoration im Internet angeboten«, weiß Werner Reibeholz, der daher das eine oder andere Schnäppchen machen und so seine Sammlung erweitern konnte.

Das meiste Zubehör für ihr weihnachtliches Hobby kauft das Paar jedoch direkt in den USA. »Die Auswahl ist dort viel größer als hier«, erzählen die beiden Fans der Vereinigten Staaten. Bereits seit vielen Jahren verbringen die Eheleute ihren Urlaub in Florida. Umso enttäuschter waren sie, als ihre Reise im Frühjahr dieses Jahres nur drei Tage vor dem Start gecancelt wurde. Corona hatte ihnen einen Strich durch ihre Pläne gemacht. Etwas Gutes konnte das Paar der Situation dann aber doch noch abgewinnen: »Wir hatten viel Zeit, um neue Dekoideen zu entwickeln.«

Vor dem aktuellen Teil-Lockdown hatte Familie Reibeholz bereits ein Hygienekonzept für ihren »Tintruper Lichterzauber« erarbeitet. »Dies war auch schon genehmigt«, berichtet der 60-jährige Hausherr. Einbahnstraßenregelung, Namenserfassung, beschränkter Zutritt und noch weitere Maßnahmen hatte sich das Paar überlegt. Derzeit ist jedoch nicht klar, ob die beiden USA- und Weihnachtsliebhaber überhaupt Besucher empfangen dürfen. Dies entscheide sich mit den neuen Corona-Regeln, die ab Dezember gelten, so die Tintruper.

Fest steht, dass die Familie Reibeholz diesmal weder Glühwein noch Bratwürstchen verkaufen darf. Dies bedauern die Eheleute nicht nur, weil diesmal ihr neuer Grill zum Einsatz kommen sollte, sondern auch, weil sie mit den Einnahmen sonst einen Teil der Stromrechnung begleichen konnten.

Bereits seit zwei Monaten sind Werner und Bärbel Reibeholz nun dabei, Haus und Hof weihnachtlich zu schmücken. Ziemlich schade fänden sie es schon, wenn sie sich diesmal nur ganz allein an den Lichtern erfreuen könnten, sagen sie. »Viele Familien stimmen sich bei uns auf das Weihnachtsfest ein«, erzählt Bärbel Reibeholz. Und vor allem die Kinder hätten sehr viel Freude an den Lichtern.

Neben Altbekanntem wird es in diesem Jahr einiges Neues in dem kleinen amerikanischen Winterwunderland zu entdecken geben. So werden die Besucher direkt in der Einfahrt von einem ausgestopften Elch begrüßt. »Den haben wir von einem Unternehmen geschenkt bekommen«, freut sich Werner Reibeholz über diese Spende. Über eine weitere Errungenschaft, mit der der Tintruper bereits seit einiger Zeit liebäugelte, ist er besonders stolz: Einen großen, roten Säulenbriefkasten. »Letters to Santa« steht darauf geschrieben. »Hier können die Kinder ihre Post für den Weihnachtsmann einwerfen«, sagt Reibeholz. Zudem wird es viele weitere Sachen zu entdecken geben.

In die Fenster des Wohnhauses zu blicken, ist dabei nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht. »Wir dekorieren auch die Fensterbänke«, erklärt die 59-jährige Hausherrin. So werde dort etwa eine kleine Eisenbahn fahren. Wenn es die Corona-Beschränkungen im Dezember erlauben, dann sind die Gäste täglich von 17 bis 20 Uhr bei Familie Reibeholz willkommen. Der Eintritt ist frei.

Bärbel und Werner Reibeholz sind fleißig dabei, Haus und Hof zu dekorieren. Sie hoffen, dass sie auch zur 15. Auflage ihres »Tintruper Lichterzaubers« Gäste empfangen 
dürfen. Dies entscheidet sich mit den neuen Corona-Regeln, die von Dezember an gelten. Foto: Michaela Weiße