Sonntag, Juni 20, 2021

Kreativität kommt bei Schülern gut an

Blomberg (slu). Die Übungsleiter-C-Lizenz-Ausbildung für Schüler des Hermann-Vöchting-Gymnasiums in Blomberg geht auch in Coronazeiten weiter.

Anne Stocksmeier, stellvertretende Jugendwartin beim Kreissportbund (KSB) und Lehrerin an der Schule (neben dem Fachvorsitz Sport in den Fächern Deutsch und Biologie), hat die entsprechenden Anforderungen des Landessport-Bundes (LSB) überarbeitet und das »Go« vom KSB erhalten: »Es ist nun eine digitale Ausbildung, an den Distanzunterricht der Schule angepasst.

Kreativität war gefragt, vom LSB gibt es auch digitale Lernmodule, die ich nutze.« Die 35-Jährige, die mit ihrer Tochter (3,5 Jahre) in Lemgo wohnt, zeichnet derzeit für zwei Kurse verantwortlich. 23 Schüler stehen kurz vor der Abschlussprüfung, die vorläufigen Lizenzen gibt es dann in der Regel mit dem Abiturzeugnis.

Eine weitere Gruppe mit 22 Schülern ist im Herbst mit der C-Lizenz-Ausbildung Breitensport mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendarbeit gestartet. Das Hermann-Vöchting-Gymnasium integriert den Erwerb der Lizenz mit 120 Lerneinheiten in den Sportunterricht der Oberstufe. Die Schüler erhalten am Ende der zehnten Klasse entsprechende Wahlmöglichkeiten. Über die Schulplattform »IServ« leitet Stocksmeier die Schüler an, gibt ihnen Aufgaben und anschließend ein Feedback: »Videokonferenzen mache ich in der ÜL-C Ausbildung eher selten. Als klar war, dass der Lockdown länger geht, mussten wir uns Gedanken machen.«

Im Herbst sei noch Präsenzunterricht möglich gewesen, nun laufe Sportunterricht ausschließlich auf Distanz ab. Zum Start der »Distanz-Ausbildung« bat die Lehrerin unter der Überschrift »Zeig mir dein Profil« ihre Schüler, ihre Erfahrungen zu präsentieren und zum Ausdruck zu bringen: Wofür stehe ich, welche Zielgruppen spreche ich an? Für einen fiktiven Kursus, den die Schüler anbieten, sollten sie ein Plakat erstellen, um Teilnehmer zu gewinnen. Stocksmeier: »Ich möchte die Ausbildung, obwohl wir derzeit wegen der Pandemie nicht gemeinsam Sport treiben können, so lebensnah wie möglich gestalten und die Schüler authentisch arbeiten lassen.«

Dazu gehört unter anderem auch, dass die angehenden C-Lizenz-Inhaber die Ansprache vor einer Gruppe üben. Das läuft derzeit über Videos, die die Schüler drehen und einsenden. Aber auch die Praxis soll nicht auf der Strecke bleiben. Die Schüler machen bei der LSB-Initiative #trotzdemSPORT mit und absolvieren verschiedene Sporteinheiten als Teamchallenges. »Sie sollen ja auch fit bleiben«, betont Anne Stocksmeier, die weiß: »Die sozialen Kontakte vermissen die Schüler am meisten. Sportunterricht fängt ja eigentlich schon in der Kabine an, wenn du beim Umziehen ein Pläuschchen hältst.«

Aber die Pädagogin kann der neuen Form auch positive Aspekte abgewinnen, freut sich über das positive Feedback der Schüler, die sich unter anderem über die persönlichen Rückmeldungen freuen und dankbar dafür sind, dass sie kreativ sein können: »Die Ausbildung macht auch digital Spaß. Ich finde sie total spannend, weil ich viel mehr von den Schülern erfahre. Ich bekomme einen tieferen Einblick in ihr Leben, das Gesamtbild ist größer, geschlossener.« Und die Prüfung? »Die Übungsstunde, die sie normalerweise präsentieren, arbeiten die Schüler schriftlich aus«, erläutert Stocksmeier.

Anne Stocksmeier arbeitet nun viel vor den Bildschirmen. Foto: Anne Stocksmeier