Dienstag, November 24, 2020

Historische Stadtmauer wird saniert

Blomberg. Um die historische Stadtmauer zu erhalten, hat die Stadt Blomberg den Entschluss gefasst, die Sanierung der Begrenzung in Angriff zu nehmen.

»Die Stadtmauer ist ein prägendes Bauwerk unserer Stadt. Da sie in die Jahre gekommen ist, ist es zwingend erforderlich, zu handeln«, erklärt Bürgermeister Klaus Geise.

Die Arbeiten werden zunächst in drei Abschnitten angegangen: Neben der Zufahrt zur Burg Blomberg, am Kulturhaus »Alte Meierei« und am Schweigegarten. Der Teil gegenüber der Burg drohe einzustürzen, da die Wurzeln der beiden dort wachsenden Bäume im Laufe der Jahre tief ins Mauerwerk eingewachsen seien. »Es sind bereits erhebliche Risse zu sehen, sodass diese Bäume gefällt werden müssen«, erläutert Geise.

Da diese auf dem Grundstück des Alten Amtshauses stehen, wurde der Landesverband Lippe als Eigentümer mit ins Boot geholt. »Wir kämpfen um jeden Baum. Die Entscheidung, diese beiden zu fällen, haben wir nicht leichtfertig getroffen«, so Jörg Düning-Gast, Verbandsvorsitzender des Landesverbands Lippe. Das Gutachten eines Baumsachverständigen habe allerdings ergeben, dass die Mauer akut einsturzgefährdet sei.

Blomberg habe zwar kein Museum, dafür aber eine lebendige Altstadt, zu dessen Geschichte auch die historische Stadtmauer gehöre. Um kein Risiko einzugehen und die Sicherheit der Besucher und Bürger zu gewährleisten, die entlang der Stadtmauer spazieren, werden die Bäume am morgigen Donnerstag, 29. Oktober, gefällt, so Düning-Gast weiter. In jedem Fall werde es Ersatz für diese geben. »Wir werden unter anderem fünf Obstbäume am Weinberg pflanzen«, sagt Blombergs Stadtoberhaupt.

Neben der Baumfällung werden die Abschnitte von der Grünbepflanzung befreit, die das Mauerwerk beschädigt hat. Im Anschluss werden die Fugen ausgekratzt, brüchige Steine ersetzt und die Mauer wieder verfugt. »Wir ersetzen selbstverständlich nur solche Steine, die nicht mehr standhalten. Was erhalten bleiben kann, wird auch erhalten«, stellt Doris Zentgraff von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Blomberg klar.

Gleichzeitig beginnen auch die Arbeiten an der Mauer an der »Alten Meierei«. Dafür müssen die Parkplätze entlang der Brinkstraße und in Teilbereichen am Kulturhaus gesperrt werden. Die Sperrung gilt ab morgen und dauert voraussichtlich bis Ende des Jahres.

Im Schweigegarten sei die Mauer bereits zum Teil eingestürzt. Eine Plane sorge vorläufig vor herabfallenden Mauerresten. Je nach Wetterlage sollen diese ersten drei Abschnitte Anfang nächsten Jahres fertiggestellt sein. Geise betonte allerdings, dass es sich bei der Sanierung der Stadtmauer um eine »Daueraufgabe« handle, die nach und nach angegangen werden muss. Insgesamt kostet die Sanierung 650.000 Euro, die durch Fördergelder des Landes sowie des Bundes abgedeckt werden.

Doris Zentgraff, Klaus Geise und Jörg Düning-Gast (von links) setzen sich dafür ein, dass die historische Stadtmauer erhalten bleibt. Foto: brink-medien