Mittwoch, Februar 28, 2024

Blomberger Versorgungsbetriebe sehen weiter gute Marktposition

Blomberg. Die Blomberger Versorgungsbetriebe (BVB) ziehen ein verhalten positives Zwischenfazit zur Energiekrise.

Dabei blicken sie vor dem Hintergrund sinkender Energiepreise laut einer Pressemitteilung optimistisch in die Zukunft. Gleichzeitig beleuchten Dirk Middendorf (Geschäftsführer) und Stefan Schöbel (Vertriebsleiter) die Rolle der Energiediscounter in Deutschland.

Vieles habe sehr geholpert bei der Energiekriese und bei den kommunalen Versorgern vor allem die IT- und Abrechnungsabteilungen stark belastet. »Aber immerhin haben wir nicht gesehen, dass Kunden der BVB in Armut gerutscht wären oder dass man uns gegenüber Zorn und Unmut geäußert hätte«, so Stefan Schöbel.

Was derzeit für Irritation – zumindest BVB-intern sorge – seien die aktuell noch fehlenden Entscheidungen zur CO2-Preisentwicklung oder die Entscheidung zum Bundeszuschuss für Übertragungsnetzbetreiber.

»Das muss alles bis Ende des Jahres noch in Berlin in Gesetzesform gegossen werden, teils auch auf EU-Ebene. Wir aber mussten unsere Preise bereits kalkulieren und auch kommunizieren. Das ist schon ein bisschen verrückt«, erläutert BVB-Chef Dirk Middendorf. Eine besondere Rolle spielten während der Energiekrise die Discountanbieter. Und auch jetzt machen sie Kommunalversorgern wie den BVB Kopfzerbrechen.

Middendorf: »Während der Krise haben sich einige Discounter vom Markt zurückgezogen und die Kunden fielen automatisch bei uns in die Grundversorgung. Da wir für diesen Fall natürlich zu wenig Energie hatten, mussten wir teuer nachbeschaffen. Jetzt, mit Markterholung, treten die Discounter mit Dumpingangeboten wieder auf den Plan.«

Discountanbieter kaufen Energie kurzfristig in der Regel am Spotmarkt ein. Sind die eingekauften Vorräte erschöpft, ziehen sich die Anbieter zurück. Die BVB und alle anderen Kommunalversorger kaufen überwiegend am Terminmarkt ein und haben die Aufgabe, die Kundschaft langanhaltend und flächendeckend zu versorgen.

»Daher wird ein Kommunalversorger niemals das Preisniveau der Discounter unterbieten können, ist allerdings dafür deutlich berechenbarer, bietet marktgerechte Preise und persönliche Betreuung«, erläutert Schöbel. »Viele unserer Kunden schätzen es, zum individuellen Gespräch zu uns kommen zu können«, so Schöbel weiter.

Kommunalpolitik und BVB-Aufsichtsrat agieren nach Middendorfs Ansicht mit Augenmaß und Sachverstand. »Die Leute wissen schon, dass mit dem von uns verdienten Geld letztlich unter anderem in das Hallenbad investiert wird. Das könnte sich Blomberg sonst gar nicht leisten«, so Middendorf. Das Unternehmen sieht er mit seinen Angeboten im guten Mittelfeld des Marktes und für die Zukunft gut gerüstet.

Derzeit scheinen die Energiekosten sich zu stabilisieren. Die BVB kalkulieren ihre Preise immer für ein Kalenderjahr im Voraus, um den Kunden Stabilität und Transparenz bieten zu können.

Der Blick auf die Energiewende macht Schöbel und Middendorf allerdings nachdenklich. Middendorf: »Da ist noch ganz vieles ungeklärt und nicht wirklich durchfinanziert. Wir gehen auch davon aus, dass alles noch deutlich länger braucht als bislang angenommen.«

Stefan Schöbel unterstreicht, dass ein Kommunalversorger niemals das Preisniveau eines Discounters unterbieten könne. Foto: BVB