Mittwoch, Oktober 20, 2021

»Hier ist die Welt noch in Ordnung«

Blomberg-Mossenberg-Wöhren (miw). Wilhelm Schnittcher ist bereits seit 15 Jahren Ortsvorsteher von Mossenberg-Wöhren.

»Ich mache das sehr gerne und mit großer Leidenschaft«, erzählt der 62-Jährige. Er freut sich, dass seine Familie dabei voll und ganz hinter ihm steht.

Das Amt koste nämlich durchaus Zeit, wofür seine Frau Doris (60) großes Verständnis aufbringe. Dennoch kommt das Familienleben bei den Schnittchers nicht zu kurz. Gemeinsame Zeit mit seinen Lieben ist dem dreifachen Familienvater sehr wichtig. Schnittcher lebt bereits sein ganzes Leben in Mossenberg. Woanders wohnen wollte er nie. »Wir leben hier, wo andere Urlaub machen«, schwärmt er von seinem Heimatdorf.

Die tollen Wanderwege und die Nähe zum Wald schätze er sehr. »Außerdem ist die Welt hier noch in Ordnung«, sagt der gelernte Radio- und Fernsehtechnikermeister und berichtet von der gut funktionierenden Nachbarschaftshilfe. Ebenso sei das ehrenamtliche Engagement sehr groß. Er selbst ist im Vorstand der Dorfgemeinschaft aktiv und kümmert sich um das Dorfgemeinschaftshaus. Zudem war er viele Jahre im Vorstand des Heimatvereins tätig, in dem er heute immer noch Mitglied ist.

Wichtig ist Schnittcher auch die gute Verbindung zu den Nachbarorten, wie Cappel, Wellentrup und Istrup. »Wir feiern gerne zusammen«, berichtet der Mossenberger. Doch auch Diskussionen gehörten manchmal dazu. Besonders freudig stimmt den Ortsvorsteher, dass Mossenberg-Wöhren nun schnelles Internet bekommt. Die Arbeiten für die Glasfaserleitungen bis an jedes Haus sind derzeit in vollem Gange. »Der Stoff, aus dem die Träume sind«, sagt Schnittcher. Im Moment sei die Internetverbindung nämlich sehr schlecht. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie sei schnelles Internet jetzt wichtiger denn je.

Beruflich ist Wilhelm Schnittcher seit 40 Jahren als Medientechnikermeister bei Phoenix Contact beschäftigt. »Ich fahre da jeden Tag mit Lust und Liebe hin«, sagt er. Denn die Themen Strom und Physik hätten ihn schon von Kindesbeinen an fasziniert und gehörten bis heute zu seinen größten Hobbys. »Ich konnte schon mit drei Jahren das Wort ›Elektrizität‹ aussprechen«, erzählt Schnittcher mit einem Schmunzeln im Gesicht. Kleine Versuchsaufbauten mit Lichtschranken gehörten somit schon in seiner Kindheit dazu.

Ebenso liege ihm die Umwelt sehr am Herzen. Aktionen mit dem Heimatverein, etwa das Anlegen von Blühwiesen, bereiteten ihm viel Freude. Und auch die Arbeit im eigenen Garten mache ihm viel Spaß, wie Schnittcher erzählt. Ein weiteres Hobby des Ortsvorstehers ist das Segeln. Seit er im Jahr 2016 den Führerschein für Segel- und auch Motorboote machte, ziehe es ihn jedes Jahr hinaus aufs Meer. Mindestens zwei Touren müssen es sein.

Besonders toll findet Schnittcher, dass seine Frau diese Leidenschaft mit ihm teilt. Gemeinsam mit Freunden chartern sie dann ein Boot und besegeln unter anderem die dänische Südsee. »Das macht unwahrscheinlich viel Spaß. Wir haben dort schon viel Schönes erlebt«, erzählt Schnittcher von seinen Segeltörns.

Für den Ortsvorsteher ist es wichtig, ein offenes Ohr für die Anliegen der rund 240 Menschen in Mossenberg-Wöhren zu haben. So sind etwa die Wirtschaftswege in keinem guten Zustand. Dass diese erneuert werden, liege den Anwohnern sehr am Herzen, weiß Schnittcher. Ebenso müssten die Bäche und Wasserläufe in einigen Bereichen ausgehoben werden. »Sonst ist hier alles im grünen Bereich«, sagt der 62-Jährige, der junge Menschen auch gerne bei der Suche nach Bauland unterstützt.

Generell sei ihm das Miteinander sehr wichtig, dazu gehöre auch mal ein persönliches Gespräch über den Gartenzaun. »Die Menschen sollen sich hier wohlfühlen«, sagt der Ortsvorsteher, der keiner Partei angehört. »Mir geht es immer um die Sache und um den Bürger«, so Schnittcher.

Persönlich:
Wilhelm Schnittcher ist 62 Jahre alt und seit 34 Jahren mit seiner Frau Doris verheiratet. Das Paar hat drei Kinder. Schnittcher arbeitet seit 40 Jahren als Medientechnikermeister bei Phoenix Contact. Nicht nur beruflich, auch privat interessiert er sich für alles, was mit Strom zu tun hat. Außerdem gehört das Segeln zu seinen großen Leidenschaften. Schnittcher gehört keiner Partei an.

Dass in Mossenberg-Wöhren aktuell Glasfaserleitungen verlegt werden, ist für Ortsvorsteher Wilhelm Schnittcher nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie wichtiger denn je. Noch sei die Internetverbindung nämlich sehr schlecht. Foto: Michaela Weiße